Die deutsche Freiheitsbibliothek



Die deutsche Freiheitsbibliothek
Am 10. Mai 1933 fand in Berlin die Verbrennung nicht-arischer und oppositioneller Bücher in Berlin statt. Etwa 2500 deutsche Schriftsteller wanderten während des zweiten Weltkrieges aus. Dies war die größte kulturelle Auswanderung der Weltgeschichte. Die Schriftsteller haben dieselben Probleme wie alle anderen Emigranten, haben es aber schwerer in einigen Punkten, weil sie ihr Publikum und ihren kulturellen Nährboden verloren haben. Die Isolierung ist besonders schwer zu ertragen, sie haben Schwierigkeiten in der neuen Sprache zu schreiben, ihre Bücher werden nicht immer übersetzt. Hermann-Neibe beschreibt diese Situation in dieser Strophe: " Hier wird niemand meine Verse lesen Ist nichts, was meiner Seele Sprache spricht; Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen: Jetzt ist mein Leben Spuk wie mein Gedicht. " Manche Autoren resignieren, andere fordern zum Kampf gegen den Faschismus auf. In Paris wird die deutsche Freiheitsbibliothek gegründet, von Alfred Kantorowicz, der auch den " Schutzverband deutsche Schriftsteller im Exil " betreut. Alfred Kantorowicz schreibt über die Freiheitsbibliothek: Bei der Nachricht von dieser öffentlichen Zurschaustellung des Rückfalls in die Barbarei und des manifesten Triumphes der Gegenaufklärung, ( die Bücherverbrennung in Berlin) hatte ich mir in meiner Pariser Dachkammer vorgenommen , diesen Tag der Schande zu einem Ehrentage des Freien Buches und des freien Gedankens zu machen. Man weiß bereits, tatsächlich ist es gelungen, (&) am Jahrestag der Untat, also am 10. Mai 1934, in Paris die Bibliothek der verbrannten und verbotenen Bücher, die " Deutsche Freiheitsbibliothek ", zu eröffnen und sie jedenfalls anfänglich zu einer Pflegestätte des deutschen Geistes im Exil.


Heinrich Mann
Besonders aktiv in der Freiheitsbibliothek ist unter anderem auch Heinrich Mann. Heinrich Mann ; Biographie 1871 27. März: Heinrich Mann wird als Sohn des Speditionskaufmanns und späteren Senators Heinrich Mann und dessen Frau Julia (geb. Bruns) in Lübeck geboren.
1889 Er verlässt vorzeitig das Gymnasium und ist für kurze Zeit Lehrling bei einem Buchhändler.
1890/91 Neben einem Volontariat beim S. Fischer Verlag in Berlin belegt Mann Kurse an der Berliner Universität.
1891 Beginn der Tätigkeit als freier Schriftsteller.
1894 Von der Mutter finanziert, erscheint sein erster Roman "In einer Familie"
1895/96 Herausgeber der konservativen Monatsschrift "Das Zwanzigste Jahrhundert. Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt".
1900 "Im Schlaraffenland. Ein Roman unter freien Leuten" erscheint.
1905 Der Roman " Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen" wird publiziert.
1914 Heirat mit der Schauspielerin Maria Kanova (eigtl.: Kahn). Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.
1915 Nach Beginn des ersten Weltkriegs protestiert Mann mit dem Essay "Zola" gegen die allgemeine Kriegsbegeisterung und die Haltung seines Bruders Thomas. Dieser weltanschauliche Konflikt trennt die Brüder für einige Jahre.
1918 Nach dem Ende des Kriegs erscheint sein Roman " der Untertan"; er fügt diesem Werk die Darstellung des Proletariats ("Die Armen", 1917) sowie der Bürokratie und Diplomatie ("Der Kopf", 1925) an. Er begreift diese drei Werke als Darstellung der deutschen Gesellschaft im Zeitalter Willhelms II. und fasst sie unter dem Titel "Kaiserreich" zusammen.
1922 Aussöhnung mit seinem Bruder.
1933 Februar: Mann wird von den Nationalsozialisten aus der Akademie der Künste ausgeschlossen. Er emigriert nach Frankreich. August: Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft.
1933-1940 Wohnsitz in Nizza. Mann wird Vorsitzender des Vorbereitenden Ausschusses der deutschen Volksfront sowie Ehrenpräsident der SPD und verfasst antifaschistische und antinationalsozialistische Flugschriften. Er wird tschechoslowakischer Staatsbürger.
1939 Heirat mit Nelly Kröger. Verschleppung seiner ersten Frau ins KZ
1940 Mann flieht zusammen mit Lion Feuchtwanger, Golo Mann und Franz Werfel (1890-1945) in die USA, wo er als Drehbuchautor für die Filmgesellschaft Warner Brothers tätig ist.
1944 Selbstmord seiner Ehefrau.
1945 Veröffentlichung des Memoirenwerks "Ein Zeitalter wird besichtigt".
1949 Verleihung des Nationalpreises I. Klasse für Kunst und Literatur der DDR.
1950 Berufung zum ersten Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin (DDR). 1950 12. März: Heinrich Mann stirbt in Santa Monica (USA).




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