Anna SEGHERS
Anna Seghers wurde in Mainz am 19. November 1900 geboren, mit dem Namen Netty Reiling. Sie studierte 1920-1924 in Heidelberg und in Köln, Kunstgeschichte, Philologie und Sinologie. 1925 heiratet sie den kommunistichen Wissenschaftler Laszlo Radvanyi den sie in den marxistischen Diskussionzirkeln kennengelernt hatte. 1927 wurde ihre Erzählung “Grubetsch” veröffentlicht. 1928 erschien die Novelle “Der Aufstand der Fischer von St. Barbara” für den sie den Kleistpreis erhielt. Im selben Jahr, trettet sie in Die KPD ein.
1932 warnt sie in ihrem Roman “Die Gefährter”, vor dem drohenden Faschismus in Deutschland. 1933 gelingt ihr die Flucht nach Paris, nachdem sie von der Gestapo kurzzeitig verhafftet wurde. Dort schreibt sie vier Romane:
1933 “Der Kopflohn”, indem sie nach den Ursachen für den Nationalsozialismus fragt.
1935 Der Roman“ Der Weg durch den Februar” schliesst thematisch daran an.
1939 “Das siebte Kreuz” Dieser Roman hat AS weltberühmt gemacht, er wurde in den USA ’44 verfilmt: darin wird die Flucht von sieben Gefangenen aus dem KZ Osthofen in der Nähe von Mainz geschildert. Sechs Flüchtlinge sterben, der siebte, Georg Heisler, überlebt durch die Solidarität vieler Menschen (unter denen, sein alter Freund Röder). Das leere siebte Kreuz ist ein wichtiges Symbol der Niederlage des Faschismus.
1940 flieht Anna Seghers und ihre Familie nach dem Einmarsch der deutschen Truppen, nach Marseille, in den unbesetzten Teil Frankreichs.
1941 muss sie aus Frankreich nach Mexiko fliehen.
1943 ist Anna Seghers persönlich ein leidvolles Jahr: Die Nachricht über dir Ermordung ihrer Mutter im KZ erreicht sie und sie erleidet einen schweren Verkehrsunfall.
1944 erscheint “Transit”, ein Roman mit autobiografischen Elementen, der die schwierige Lage des Lebens im Exil aufgreift.
In den Romanen und Erzählungen die in der Exilzeit entstanden sind, geht Anna Seghers immer wieder die Frage nach, wie es zum Faschismus in Deutschland kommen konnte.
Anna Seghers lehnt die These von der Kollektivschuld ab, stellt jedoch fest: “ Ein Volk, dass sich auf die andren Völker wirft, um sie auszurotten, ist das noch unser Volk?”
1950 wird sie Mitglied im Präsidium des Weltfriendensrats und bleibt nachwievor Mitbegründerin der Friedensbewegung der DDR.
Zwischen 1957 und 1980 schreibt sie noch weitere Erzählungen und Novellen von denen
1971 die Liebesgeschichte “ Die Überfahrt” den Höhepunkt ihres Alterswerks bildet.
Am 1. Juni 1983 stirbt Anna Seghers in Ostberlin.
Als Schriftstellerin hat sie 3 Themen befolgt:
Wie für viele Exilanten bemühte sie sich um die Aufrechterhaltung eines anderen, kulturellen Deutschland, einer Heimat, die sie nie afgehört hat zu lieben und zu vermissen.
Wie sie sagt: “ Unser Hauptfeind ist der Faschismus. Wir bekämpfen ihn mit allen physischen und intellektuellen Kräften.” Ihre Litertatur könnte man also als antfaschistisch nennen…Anna Seghers verstand ihr “Wort als Waffe”. Sie bedauert den Umstand, dass “ein grosser Teil der deutschen Literatur niemals von anderen als Deutschen verstanden werden” konnte.
Ein drittes Thema, dass Anna Seghers bis zum Ende ihres Schaffens verfolgte, war das Frauenbild.