Kurt Tucholsky
Sein Leben in Paris und seine Werke
1. Sein Leben in Paris
Kurt Tucholsky lebt von Juni 1925 bis November 1926 in Le Vésinet.
- Deutschland hat er im Frühjahr 1924, zu einem Zeitpunkt, als die deutsch-französischen Beziehungen an einem Tiefpunkt angelangt sind, verlassen.
- In Paris arbeitet Tucholsky als Korrespondent für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, darunter die "Weltbühne" und die "Vossische Zeitung"
- Diese Tätigkeit betrachtet er als Auftrag der Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.
- Sein Ziel ist es, das durch Weltkrieg, Versailler Vertrag und Ruhrkampf geprägte Frankreich-Bild in Deutschland wieder herzustellen
- Er lebt sich schnell ein in der Stadt Paris, wo es ihm sehr gut gefällt.
- Hier schreibt er seine ersten "Wendriner"-Geschichten und sein "Pyrenäenbuch"
- Im August 1924 beginnt er eine neue Ehe mit Mary Gerold, nachdem er sich im Januar von seiner deutschen Frau hat scheiden lassen.
- Berufliche Gründe rufen ihn des öfteren nach Berlin. Sein Hauptwohnsitz bleibt jedoch in Paris. Er erhält sogar einen französischen Personalausweis.
- 1930 verlässt Tucholsky Frankreich und wandert nach Schweden aus.
2. Seine Hauptwerke:
- 1907 veröffentlicht er als Siebzehnjähriger sein erstes literarisches Werk mit Namen "Märchen".
- 1912 veröffentlichte er seinen Kurzroman "Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte".
- In seinem 1919 veröffentlichten Antikriegsgedicht "Krieg dem Kriege" ruft er zu einem Ende mit dem irrsinnigen Töten auf und für ein friedliches Miteinander.
- 1927 wird sein Reisebericht "Ein Pyrenäenbuch" als selbstständige Publikation veröffentlicht. 1929 erscheint sein satirisches Bilderbuch "Deutschland, Deutschland über alles".
- Das Lyrikwerk "An das Publikum" (1931) handelt kritisch von der Dummheit der Menschen, die sich in die Unmündigkeit treiben lassen.
- Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Was darf Satire?" (1919), "Kurt Tucholsky" (1928), "Das Lächeln der Mona Lisa" (1929), "Hitler und Goethe - Ein Schulaufsatz"(1931), "Der Mensch" (1931), "Lerne lachen oder weinen" (1931). Sein produktives Schaffen spiegelt sich in über 2.500 Texten nieder.
Seine Werke werden von den Nazis verbrannt. Seine Übersiedlung nach Schweden wird von Zeitgenossen als Resignation gewertet und ihm verübelt.
Kurt Tucholskys literarische Stärken liegen in den kleinen Literaturgattungen wie Gedicht, Chanson, Feuilleton oder Satire. Seine Werke benutzt er, um seine linksliberalen Ideen zu verbreiten. Im Focus seiner Kritik erschienen das Beamtentum, Nationalismus, die Justiz oder der Militarismus. Kurt Tucholsky war ein Vorkämpfer für den Sozialismus.
Seinen Aufenthalt in Frankreich nutzt er als Auftrag zur Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die in den zwanziger Jahren sehr angespannt sind.